Ängste vor der PEG-Magensonde

Wenn jemand Angst vor einer Magensonde hat, kann ich das absolut verstehen. Mir ging es seinerzeit genauso. Rückblickend waren diese Ängste jedoch unbegründet. Deshalb finde ich es umso wichtiger, diese Ängste hier einmal zu thematisieren.

Angst vor dem Unbekannten

Heute bin ich Profi in Sachen PEG-Magensonde. Damals war das natürlich noch anders. Der erste Arzt, der mir eine Magensonde verpassen wollte, erklärte den Ablauf so gut wie überhaupt nicht. Als das Thema in der Reha-Klinik wieder aufkam, gab man sich schon deutlich mehr Mühe. (Die Einzelheiten zu diesen unterschiedlichen Vorgehensweisen führe ich an anderer Stelle genauer aus.) Nichtsdestotrotz war die PEG damals für mich eine große Unbekannte. Und vor dem Unbekannten hat man häufig Angst. Das ist menschlich. Doch dem kann man, besonders heutzutage, ganz einfach entgegenwirken. Indem man sich informiert. Im Internet allgemein oder natürlich hier auf diesem Blog. Nachfolgend habe ich mal ein paar meiner Beiträge verlinkt, die vor der ersten PEG-Anlage besonders wichtig sind, damit man ungefähr weiß, was einen erwartet:

Angst vor Schmerzen

Auch wenn ich in meinem Leben schon einige davon aushalten musste, bin ich absolut kein Freund von Schmerzen. Vielleicht auch gerade, weil ich schon so viele ertragen musste. Ich kann das, wenn es sein muss, mache es aber wirklich sehr ungern. Da bin ich wahrscheinlich kein Einzelfall. An dieser Stelle die schlechte Nachricht: Eine neu angelegte PEG bereitet in den ersten Tagen Schmerzen. Mehr dazu in diesem Beitrag. An dieser Stelle sei aber schon mal verraten, dass diese Schmerzen auch ziemlich bald wieder aufhören.

Angst vor einem Eingriff

Die Anlage einer PEG ist ein chirurgischer Eingriff. Und ein chirurgischer Eingriff geht immer auch mit Risiken einher. Das lässt sich leider nicht vermeiden. Besonders, wenn man, so wie ich beispielsweise, wegen der Grunderkrankung ohnehin bei einer Narkose aufpassen muss. Allerdings ist eine PEG-Anlage auch ein sehr häufiges Procedere. Diejenigen, die diesen Eingriff durchführen, sind Profis und wissen, was sie da tun. Insofern sind sie einem auch nicht böse, wenn man sie auf die eigenen Besonderheiten hinweist. Im Gegenteil, sie sind häufig sogar dankbar. Schließlich kennt niemand einen besser als man selbst.

Angst vor der Zukunft

Ich hatte damals panische Angst (auch dazu mal an anderer Stelle mehr), dass die PEG-Sonde den Anfang vom Ende bedeuten würde. In meinem Kopf war es ganz klar: Erst würde ich künstlich ernährt werden müssen, dann müsste ich künstlich beatmet werden und dann wäre sowieso alles vorbei. Diese Angst vor der Zukunft konnte man mir damals zwar nicht komplett nehmen, man bemühte sich aber sehr darum, diese abzufedern und stellte mir eine Psychologin zur Seite. Und das war auch gut so. Denn wenn man mit jemand unbeteiligten sprechen kann, merkt man häufig sehr schnell, dass viele der Ängste nur im eigenen Kopf plausibel sind.

Warum überhaupt Angst

Die PEG war nicht das Ende, sondern eher der Anfang. Endlich wurde ich ausreichend mit Kalorien und Nährstoffen versorgt. Ohne Anstrengung und ohne Aspirationsrisiko. So ging es mir insgesamt sehr schnell sehr viel besser. Natürlich bedeutet ein Leben mit PEG einiges an Umstellung. Aber das ist nicht nur alles machbar, sondern man erhält auch Unterstützung. Und ziemlich bald fragt man sich dann, warum man überhaupt Angst hatte.

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