Essen mit der PEG – pürierte Kost

Gericht unpüriert und püriert im Vergleich (mit Logo „Leben mit PEG“)

Die regelmäßigen Leser*innen wissen bereits, dass ich in der glücklichen Situation bin, gelegentlich auch oral etwas zu mir nehmen zu können. Da es einigen Menschen so geht, möchte ich auch dieses Thema auf meinem Blog näher beleuchten. Natürlich ist mir bewusst, dass es auch Krankheitsbilder gibt, bei denen die Ernährung ausschließlich über die Sonde laufen muss und Oralkost absolut keine Option ist. Für diejenigen von euch da draußen, die in dieser Situation sind sei gesagt: Ich weiß ganz genau wie sich das anfühlt. Auch ich habe mich jahrelang einzig und allein über die Magensonde ernährt. Es wird also auch dazu ihr noch weitere Beiträge mit dem einen oder anderen Tipp geben.

Die Welt der Oralverkoster

Heute möchte ich jedoch weiter von meiner Reise zurück in die Welt der Oralverkoster berichten. Über meine mehrere Jahre andauernde Suppenphase habe ich ja schon geschrieben. Ich muss gestehen, dass ich gar nicht mehr genau weiß, wie es dazu kam. Ich glaube, ich habe es meiner Mutter zu verdanken, dass ich wieder zu einer oralen Naschkatze wurde. Denn nach wie vor ist Oralkost für mich eine Ausnahme. Wenn ich mich wirklich fit fühle und zu besonderen Anlässen, beispielsweise im Urlaub. Meine Ernährung läuft nach wie vor über die Sonde. Das wird auch immer so bleiben.

Weihnachtswunder

Wenn ich mich also richtig erinnere, war es an Weihnachten, dass ich in die pürierte Phase eintrat. Denn natürlich hatte meine Mutter zum Weihnachtsessen für mich eine Suppe gekocht. Darüber hinaus hatte sie aber noch eine Überraschung parat. Denn sie hatte das Essen, was die anderen aßen, für mich püriert und mit etwas Brühe verflüssigt. Also quasi eine dickflüssige Suppe. Eigentlich wollte ich meiner Mutter nur einen Gefallen tun und Ihre Mühe entsprechend würdigen. Von daher probierte ich das Essen. Und es funktionierte. Nicht unbedingt ein Weihnachtswunder, aber doch der Start in eine neue Ernährungsphase.

Herausforderung für Küchenteam

Von nun an gab es also zu besonderen Anlässen in den Restaurants keine Suppe mehr. Sondern die Bitte an die Küche, mein Essen einfach zu pürieren. Wie schon bei den Saucen in meiner Suppenphase, führte das gelegentlich zu interessanten Situationen. Mehr dazu mal gesammelt an einer anderen Stelle 😉 Auch zu Hause standen meine Assistenzkräfte nun hin und wieder mal mit einem Pürierstab in der Küche und mussten mir Essen zubereiten, anstatt einfach nur eine Flasche Sondennahrung anzuhängen. Im Laufe der Zeit lernte ich so einiges zu dem Thema. Sowohl über das Pürieren von Essen selbst als auch zum Umgang mit Restaurants.

Letztere sind nämlich, anders als vielleicht erwartet, häufig offen dafür, mir das Essen meinen Bedürfnissen entsprechend anzupassen. Nicht selten sieht es das Küchenteam als Herausforderung, um das eigene Können unter Beweis zu stellen. Im Laufe der Jahre konnte ich daher einige tolle Essenserfahrungen erleben.

Cheat-Sheet

Natürlich ist dies eine besondere Situation. Auch für die Damen und Herren in der Küche. Deshalb habe ich inzwischen ein Cheat-Sheet entwickelt, welches ich den Restaurants im Vorfeld zusende. Darin erfahren sie kurz den Hintergrund meines Anliegens und bekommen auch eine ganz genaue Anleitung, was für mich beim Essen funktioniert und was nicht. Das erspart unnötigen Stress in der, oftmals ohnehin schon hektischen, Küche und gibt dem Team des Restaurants die Möglichkeit, sich vorzubereiten. Für Notfälle, also wenn ich mal spontan irgendwo einkehre, wo ich diese Information nicht schon im Vorfeld kommunizieren kann, habe ich dieses Cheat-Sheet immer auch in laminierter Form dabei.

Die Feinheiten

Über die Feinheiten der Zubereitung von angepasstem Essen werde ich noch mal einen eigenen Beitrag verfassen. Denn wie immer, wenn es ums Essen geht, also darum, was wir unserem Körper zuführen, sollte sich mit diesem Thema ausführlicher auseinandergesetzt werden.

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