Urlaub mit der PEG

Strandpanorama mit Palmen im Vordergrund und wildem Meer

Urlaub, die schönste Zeit des Jahres. Abschalten vom Alltag. Einfach mal ausspannen. Natürlich kann die PEG nicht wie der übrige Alltag zu Hause bleiben. Schließlich muss auch im Urlaub gegessen werden. Je nach Reiseziel ist sogar eine höhere Flüssigkeitszufuhr als in der Heimat notwendig. Mit ein bisschen Planung läuft aber auch der Urlaub mit Magensonde ganz entspannt.

Gute Vorbereitung

Wir alle kennen das: Spätestens, wenn wir am Urlaubsziel ankommen, fällt uns auf, dass wir irgendetwas vergessen haben. Eine Zahnbürste, Badelatschen, Sonnencreme oder sogar Unterwäsche können fast an jedem Urlaubsort problemlos (wenn auch teilweise etwas überteuert) eingekauft werden. Sondennahrung und das notwendige Zubehör sind aber leider nicht so einfach zu bekommen. Deshalb ist zumindest für diesen Bereich gute Vorbereitung wichtig. Da es gerade in der Urlaubsvorbereitung manchmal ziemlich drunter und drüber geht, empfehle ich tatsächlich eine Liste anzufertigen. Ob oldschool auf Papier oder modern und digital, bleibt dabei den eigenen Vorlieben überlassen. Wichtig ist nur, dass es wirklich aufgeschrieben wird. Ja, auch – und gerade dann – wenn ihr glaubt, dass ihr euch das alles schon merken könnt. Denn glaubt mir: Der Stress im Urlaub, wenn irgendetwas fehlt, ist größer als jedes Ego.

Liste und Postversand

Wer das erste Mal mit PEG verreist, sollte mit dieser Liste bereits zwei Monate vor der Abreise beginnen. Einfach mal einen Monat lang notieren, was im Zusammenhang mit der Sonde alles benötigt wird. Angefangen bei der Nahrung, über das Zubehör und Verbandsmaterial. Nach dem ersten Monat kann dann überlegt werden, wie viel wovon in der Urlaubszeit gebraucht wird. Das kann dann in Ruhe zusammengestellt werden. Anschließend ist nur noch zu überlegen, ob alles bei der Reise direkt mitgeführt werden soll oder manche Sachen vielleicht schon vorab, ebenfalls mit genügend Vorlauf, per Post auf den Weg gebracht werden. Das habe ich auch schon öfter gemacht. Natürlich in Absprache mit dem Reisedomizil, damit im Hotel/Ferienpark/an der Ferienwohnung das Paket sicher angenommen wird. So hat mich beispielsweise meine Sondennahrung schon mal direkt auf dem Kreuzfahrtschiff erwartet. Dank Sendungsverfolgung, die heutzutage jeder Paketdienst anbietet, ist immer klar, wo sich die Sachen befinden. Sollten sie nicht rechtzeitig ankommen, kann notfalls immer noch umdisponiert und alles noch mal mitgenommen werden.

Drei Tage dabei

Zumindest für die ersten drei Tage sollte immer alles direkt am Mann/an der Frau sein. Falls mit den übrigen Sachen etwas schief geht, kann in dieser Zeit eigentlich immer Ersatz besorgt werden. (Es sei denn, Urlaub bedeutet für euch Safari im tiefsten Dschungel oder Atlantiküberquerung mit dem Segelboot 😉) Sondennahrung, eine Pumpe und Zubehör können übrigens auch mit ins Flugzeug genommen werden. Ungeachtet der üblichen Bestimmungen für Handgepäck. Trotzdem gibt es bei Flugreisen ein paar Dinge zu beachten. Deshalb dazu mehr im nächsten Beitrag.

Was alles mitkommt

Die Menge der Sachen, die mitmüssen, ist natürlich von der Reisedauer abhängig. Obwohl ich es noch nie gebraucht habe, nehme ich zusätzlich zu der notwendigen Nahrung immer noch zwei, drei Flaschen/Beutel extra mit. Nur zur Sicherheit, falls mal mit einer Nahrungseinheit irgendetwas nicht in Ordnung sein sollte. Spritzen, Wassercontainer und Überleitersysteme nehme ich immer nur die Anzahl mit, die ich im selben Zeitraum zu Hause brauchen würde. Im allergrößten Notfall könnte ich das auch an zwei Tagen hintereinander nutzen. Verbandszeug habe ich in Urlaub grundsätzlich mehr dabei, als ich brauchen würde, wenn ich nicht wegfahre. Nicht nur in heißen Urlaubsländern ist im Urlaub öfter mal schwitzen/duschen/schwimmen angesagt. Und wenn ein Verband gewechselt werden muss, muss er gewechselt werden. Da kann nicht notfalls mal ein alter benutzt werden oder der aktuelle länger drauf bleiben. Grundsätzlich in Urlaub mit dabei ist auch wasserdichter Verband, falls es mich ins Meer oder einen Pool zieht. Dazu werde ich ebenfalls in einem anderen Beitrag detaillierter berichten. Als praktisch erwiesen haben sich auch Verschlusskappen für die Spritzen. Im Urlaub sind wir ja doch schon mal öfter unterwegs und müssen daher alles für eine Zwischenmahlzeit dabeihaben.

An Ersatz denken

Eine Ersatzpumpe habe ich noch nie mitgenommen. Denn im allerschlimmsten Fall, können Nahrung und Flüssigkeit ja auch noch anders appliziert werden (lest hierzu auch meine Beiträge zur Schwerkraftapplikation oder Bolus-Gabe). Wer natürlich unbedingt eine Pumpe braucht (bspw., wenn ganz langsam und kontinuierlich Nahrung über eine PEJ appliziert werden muss), sollte daran denken, ein Ersatzgerät dabei zu haben. Unabdingbar für alle, die mit Pumpe reisen, ist natürlich das Ladekabel. Ersatz sollte auch für Wechselsonden (also Button oder Gastrotube) in den Urlaub mitgenommen werden. Es kann ja immer mal etwas passieren. Und dann lieber noch ein kleines Täschchen mit Ersatz-Sonde und notwendigem Zubehör zum Wechsel dabei, als den Urlaub abbrechen müssen. Wer, so wie ich, eine PEG hat, ist gut beraten, wenn ein paar Ersatz-Endstücke und Ritschratsch-Klemmen dabei sind.

Das mag euch jetzt vielleicht alles unglaublich aufwendig vorkommen. Aus Erfahrung kann ich euch nach unzähligen Reisen aber versichern, wenn ihr erstmal die besagte Liste habt, ist das alles ganz entspannt machbar. In diesem Sinne: Schönen Urlaub!

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