5 Tipps, wenn die PEG neu ist

5 Tipps

In den Sozialen Medien („Leben mit PEG“ ist ĂŒbrigens auch auf Instagram) bin ich neulich ĂŒber einen Post mit AnfĂ€ngertipps fĂŒr Rollstuhlfahrer gestolpert (bitte verzeiht mir an dieser Stelle das flache Wortspiel ;-). Und ich dachte mir, fĂŒr Menschen, die selbst oder deren Angehörige neu mit einer Magensonde leben, ist das doch sicherlich auch hilfreich. Deshalb hier und heute meine fĂŒnf Tipps, wenn die PEG neu ist.

Akzeptanz ist wichtig

Ich weiß, es ist anfangs schwierig. Denn da gibt es jetzt viele neue AblĂ€ufe und teilweise auch UmstĂ€nde. Aber je schneller die neue Sonde akzeptiert wird, umso mehr macht das Leben wieder Spaß. Denn dafĂŒr ist die PEG ja da. Also nicht direkt selbst als Spaßbringer. Aber damit das Leben einfacher wird und somit wieder mehr Spaß bringt. Der Körper kann nun ganz einfach mit den notwendigen Kalorien und FlĂŒssigkeit versorgt werden. Ohne, dass es anstrengend ist oder gar gefĂ€hrlich.

Hilfreich um die Akzeptanz zu fördern, kann es sein, weiterhin bei den Mahlzeiten am Tisch zu sitzen und am Tischgeschehen teilzuhaben. Denn auch Essen ĂŒber eine Magensonde ist und bleibt ja Essen. Es bietet sich weiterhin an, der Versorgung ĂŒber die Magensonde keinen besonderen Stellenwert zu geben, sondern es ganz unspektakulĂ€r in den Alltag zu integrieren.

Sondennahrung macht den Unterschied

So wie auch bei der Oralverkostung nicht jedes Essen schmeckt, gibt es natĂŒrlich bei Sondennahrung ebenfalls Unterschiede. Manche wird vielleicht besser vertragen. Andere ist in der Handhabung praktischer. Es lohnt sich daher auf alle FĂ€lle, sich ein wenig zu informieren und verschiedene Sondennahrungen auszuprobieren. Zu diesem Thema wird es im Laufe des Jahres auch noch weitere BeitrĂ€ge hier in diesem Blog geben. Auf jeden Fall muss nicht unbedingt bei der Sondennahrung geblieben werden, die es als erstes gab. Auch zwischendurch darf mal gewechselt werden. Viele Hersteller bieten Probierpakete an. Ein guter Versorger wird euch ebenfalls gerne dabei unterstĂŒtzen, verschiedene Sondennahrung kennen zu lernen.

Versorger sind Dienstleister

Damit sind wir auch direkt beim nĂ€chsten Tipp. Sucht euch einen gescheiten Versorger. Es gibt zahlreiche Unternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Menschen mit einer Magensonde mit der speziellen Nahrung sowie allem notwendigen Zubehör zu versorgen. Teilweise bieten sogar Hersteller selbst diesen Service an. Wie bei allen medizinischen Dingen, haben wir in Deutschland auch dabei ein Wahlrecht. Wenn wir also mit den Services eines solchen Versorgungs-Dienstleisters unzufrieden sind, können wir zu einem anderen wechseln. Immer dann, wenn ein neues Rezept ausgestellt wird. Wer keinen alternativen Versorger kennt, erhĂ€lt diese Informationen ganz einfach von der eigenen Krankenkasse. In der Regel genĂŒgt ein kurzer Anruf.

Hygiene ist elementar

Auch wenn viele Angst davor haben, sobald die Einstichstelle nach der Anlage einer PEG abgeheilt ist, ist eine Magensonde schmerzlos. Damit das so bleibt, gilt es, EntzĂŒndungen zu vermeiden. Ein ganz entscheidender Baustein hierfĂŒr ist die Hygiene. An anderer Stelle werde ich darauf noch im Detail eingehen. GrundsĂ€tzlich ist aber Sauberkeit das oberste Gebot. Nicht nur im Umgang mit der Sonde, sondern auch mit der Sondennahrung und dem Zubehör. Dort kann mangelnde Hygiene zwar nicht zu einer schmerzhaften EntzĂŒndung fĂŒhren. Aber sie kann in jedem Fall fĂŒr Unwohlsein sorgen. Deshalb ist außerdem darauf zu achten, dass (angebrochene) Sondennahrung richtig gelagert und im Falle eines Falles ggf. auch verworfen wird. Das Zubehör muss ebenfalls sauber gehalten werden.

Tagebuch fĂŒhren

„Liebes Tagebuch, heute hatte ich 3x 500 ml Sondennahrung und 1,75 l Wasser 
“ NatĂŒrlich mit weniger Prosa aber durchaus sinnvoll ist ein Tagebuch tatsĂ€chlich. Im Gegensatz zu oralem Essen ist SondenernĂ€hrung recht eintönig. Außerdem ist es fĂŒr diejenigen, die sich ĂŒber eine Sonde ernĂ€hren, ein passiver Prozess, der hĂ€ufig nebenbei ablĂ€uft. Da kann es schnell passieren, dass Mahlzeiten miteinander verwechselt oder komplett vergessen werden. “War die halbe Flasche Sondennahrung im KĂŒhlschrank von gestern oder von vorgestern?” “Gab es heute eigentlich zweimal oder dreimal Wasser?” Solche Fragestellungen lassen sich vermeiden, wenn immer kurz an fester Stelle (zum Beispiel einem Buchkalender) notiert wird, wann es wie viel wovon gab. Auch sonstige Besonderheiten im Zusammenhang mit der ErnĂ€hrung können dort vermerkt werden. Beispielsweise Übelkeit, Magenschmerzen oder Durchfall. Dies hilft ggf. dabei, Ursachen auf die Schliche zu kommen.

Ich hoffe, hier war fĂŒr die Neuen unter uns der eine oder andere Tipp dabei, um den Start in das neue Leben mit PEG zu vereinfachen.

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