Entzündung der PEG

gerötete Einstichstelle einer PEG-Sonde

Zunächst einmal ist diese Überschrift genau genommen Blödsinn. Denn natürlich entzündet sich nicht die Sonde selbst, also der Kunststoffschlauch, sondern das Stoma, also die Einstichstelle bzw. der Kanal durch unsere Bauchdecke in den Magen. Aber für die Suchmaschinen ist diese umgangssprachliche Überschrift besser. Denn schließlich möchte ich mit meinen Beiträgen ja auch anderen helfen. Also müssen diese Beiträge in den Weiten des Internet gefunden werden 😉 Dann möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass ich natürlich kein Arzt bin und ich hier lediglich meine eigenen Erfahrungen mit euch teile (siehe Haftungsausschluss). In medizinischen Fragen solltet ihr euch immer vertrauensvoll an eure medizinischen Fachkräfte wenden.

Sehr schnell sehr schmerzhaft

Nachdem diese Formalitäten nun geklärt sind, kommen wir zum eigentlichen Thema des heutigen Beitrags. Wie schon an anderer Stelle geschrieben, ist eine PEG (sofern sie denn richtig gelegt wurde) einige Tage nach der Anlage schmerzfrei. Allerdings kann es immer wieder zu Entzündungen kommen. Denn es ist ja eine permanente Wunde in unserem Körper. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Angefangen von der Ernährung, über Stress oder mechanische Reizung der Wunde bis hin zur schlechten Wundpflege, kann eine Entzündung individuelle Auslöser haben. Eine solche Entzündung kann dann sehr schnell sehr schmerzhaft werden (glaubt mir, ich weiß wovon ich rede …). Deshalb sollte bereits bei den ersten Anzeichen reagiert werden. Spätestens aber, wenn die Schmerzen beginnen.

Ordentliche Wundpflege

Auch meine Einstichstelle ist manchmal ein wenig gerötet. Das lässt bei mir noch nicht die Alarmglocken schrillen. Ich führe eben ein hektisches Leben. Lediglich die Einwirkzeit der Desinfektion beim Verbandswechsel erhöhe ich dann um 5 Minuten. Überhaupt ist die ordentliche Wundpflege eine, wenn nicht überhaupt die Grundlage, um Entzündungen der Einstichstelle zu vermeiden. Das habe ich inzwischen gelernt. Seitdem hatte ich eigentlich nur ein Mal wieder Probleme mit meiner Einstichstelle. Und das war stressbedingt. Wenn es also anfängt zu zwicken, nehme ich mir für meine Verbandsroutine besonders viel Zeit und führe sie außerdem täglich durch. Auch wenn das zu diesem Zeitpunkt vielleicht eigentlich nur umtägig auf dem Plan stand. Denn diese halbe Stunde gesparte Zeit am Tag sind die Schmerzen einer Entzündung der PEG (😉) definitiv nicht wert.

Natürliche Mittel

Sollte es trotzdem zu einer schmerzhaften Entzündung kommen, habe ich mehrere Eskalationsstufen. In der ersten versuche ich meinen Körper zusätzlich zu der Desinfektion noch mit natürlichen Mitteln zu unterstützen. Persönlich setze ich dabei auf Produkte mit Aloe Vera. Andere vertrauen auf getränkte Kompressen mit Kamille. Wieder andere schwören auf spezielle Kompressen mit Manuka-Honig. (Zu gegebener Zeit werde ich das alles mal ausführlicher vorstellen.)

Hydrogel

Sollten die Trigger der Entzündung zu stark oder die Gegenmaßnahmen doch zu spät eingeleitet worden sein, sodass die Entzündungen sich nicht verbessert, sondern schlimmer wird, folgt die nächste Eskalationsstufe. Da die Schmerzen zu diesem Zeitpunkt schon heftig sind, werden härtere Geschütze aufgefahren. Meine Hausärztin hat mich in einer solchen Phase mal mit einem Hydrogel versorgt, welches Wunden reinigt und die Wundheilung fördert. Es muss täglich einmal in den Einstichkanal eingebracht werden. Das Prozedere selbst kann zwar anfangs aufgrund der Entzündung etwas schmerzhaft sein. Aber in aller Regel ist sie dann innerhalb von 2-3 Tagen verschwunden. Seitdem habe ich das immer für den Fall der Fälle im Haus. Es ist auch verordnungsfähig.

Antibiotikum

Wenn all die vorherigen Maßnahmen nicht helfen, kommt es zur letzten Eskalationsstufe. Dann lasse ich mir ein Antibiotikum verschreiben. Damit werden dann alle Keime abgetötet. Das sollte allerdings nicht regelmäßig gemacht werden, weil es sonst irgendwann eventuell nicht mehr hilft. Trotzdem finde ich es beruhigend zu wissen, dass es diese Option im schlimmsten Fall gibt. Gesünder ist es aber für den Körper (und das eigene Wohlbefinden), der Entzündung rechtzeitig mittels der vorherigen Maßnahmen entgegenzuwirken. Denn ohne eine schmerzhafte Entzündung macht das Leben mit PEG einfach viel mehr Spaß!

Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert