Der PEG-Verband

Bei einem Verband denkt man ĂŒblicherweise, dass irgendetwas mit einer Mullbinde umwickelt wird. Das ist zwar fachlich nicht korrekt, entspricht aber den gĂ€ngigen Vorstellungen. Bei einem PEG-Verband gibt es tatsĂ€chlich keine Mullbinde, sondern lediglich ein paar Wundkompressen und ein Pflaster. Üblicherweise wird eine PEG-Magensonde mit einem Verband geschĂŒtzt.  In den ersten Tagen nach der Neuanlage vollkommen logisch. Schließlich handelt es sich hier um eine offene Wunde. Da darf kein Schmutz hineingelangen. Außerdem treten vielleicht auch etwas Blut und Wundsekret aus. Das möchte man natĂŒrlich nicht an der Kleidung haben.

Verband, ja oder nein?

Frei nach Shakespeare könnte man jetzt vielleicht ausrufen: „Verbinden oder nicht verbinden, das ist hier die Frage!“ Die Antwort ist ganz klar: „Es kommt darauf an!“ Es gibt Menschen, bei denen verhĂ€lt es sich mit dem Einstichkanal der PEG-Sonde tatsĂ€chlich genauso, wie mit einem Ohrloch. Es heilt komplett ab und ist fortan absolut reizfrei. Bedeutet, die Einstichstelle entzĂŒndet sich nie und es entsteht nie Wundsekret. Diese Menschen tragen tatsĂ€chlich manchmal keinen Verband mehr. Auch wenn ich persönlich schon lange (seit Jahren) keine Schwierigkeiten (sprich EntzĂŒndungen) mit meiner Einstichstelle mehr hatte, habe ich trotzdem immer einen Verband. Aus mehreren GrĂŒnden.

Was fĂŒr einen Verband spricht

Bei mir gibt es immer mal wieder ein paar RĂŒckstĂ€nde an der Einstichstelle. Wundsekret, Schweiß der sich am Schlauch gesammelt hat und sicherlich hin und wieder auch ein paar Tropfen Sondennahrung, die irgendwie nach draußen kommen. Um ganz ehrlich zu sein, so genau habe ich das noch nie analysiert. Es ist halt etwas dreckiges Sekret. Allein schon deshalb trage ich einen Verband um meine PEG. Aber das ist vollkommen in Ordnung. So geht esdenmeisten Menschen.
Weiterhin schĂŒtzt dieser Verband. Und das gleich im doppelten Sinne. Einerseits kann so kein Schmutz in die Wunde der Einstichstelle gelangt (Ihr wisst schon, das bereits mehrfach beschriebene, von Natur aus nicht so vorgesehene Loch mit Fremdkörper, also Schlauch, drin). Das beugt EntzĂŒndungen vor. Die gilt es tunlichst zu vermeiden. Nicht nur, weil das eine Belastung fĂŒr den Körper darstellt und auch mit einem gewissen Risiko einhergeht. Sondern auch, weil eine entzĂŒndete Einstichstelle verdammt schmerzhaft ist.

Risiko-Verringerung

Andererseits wird der Schlauch der Sonde mit dem Pflaster des Verbandes ein wenig fixiert. Das verringert das Risiko, dass versehentlich an den Schlauch gezogen wird. Ganz gleich ob von einem selbst oder von Pflege- bzw. AssistenzkrÀften oder pflegenden Angehörigen, eine absolut unschöne Erfahrung (dazu an anderer Stelle mehr). Wobei, genau genommen, wird dadurch nicht das Risiko verringert, sondern der Effekt deutlich abgefedert. Egal! So oder so ist es das auf jeden Fall wert. Glaubt mir!

Verbandswechsel

Wer schon mal aus irgendwelchen anderen GrĂŒnden einen Verband hatte, weiß, dass dieser ab und an gewechselt werden muss. Das gilt natĂŒrlich auch fĂŒr den PEG-Verband. SpĂ€testens nach dem Duschen oder einem schweißtreibenden Tag ist das notwendig. Denn ein feuchter Verband bietet idealen NĂ€hrboden fĂŒr Keime. Womit wir wieder beim Thema EntzĂŒndungen wĂ€ren. Die gute Nachricht: FĂŒr den Wechsel eines PEG-Verbandes muss nicht jedes Mal der ambulante Pflegedienst anrĂŒcken. Das ist zwar grundsĂ€tzlich auch eine Option, aber nicht wirklich alltagstauglich und vor allem eben auch nicht wirklich nötig. Ich habe in meinem Leben sicherlich schon hunderte fachfremde Menschen dazu angeleitet, meinen PEG-Verband zu wechseln. Wenn sie das ein paar Mal gemacht haben, könnte ich wĂ€hrenddessen eigentlich auch kurz eine rauchen gehen (was ich natĂŒrlich aus offensichtlichen GrĂŒnden nicht machen). Aber es ist wirklich kein Hexenwerk, vor dem man sich fĂŒrchten mĂŒsste. In meinem nĂ€chsten Beitrag, gehe ich das genaue Procedere einmal mit euch durch. Also schaut Freitag ab 12:00 Uhr wieder auf „Leben mit PEG“ vorbei ?

2 thoughts on “Der PEG-Verband

  1. Hallo zusammen, zuerst mal ein Liebes Danke und Hallo an diesen Bolg hier. Ich schreibe stellvertretend fĂŒr meine Mutter, die seid ihrem Zungen Karzinom und anschließender Bestrahlung vor ca. 2 Jahren eine PEG Magensonde bekommen hat. Verbandswechsel wird durch eine Örtliche Pflegstation ausgefĂŒhrt. Seid Oktober Letzen Jahres, tritt immer wieder aus der Stoma ein Sekret heraus.
    Meine Mutter, die Mittlerweile 82 Jahre alt ist wird unter anderem auch durch die PflegekrĂ€fte verunsichert, das etwas mit der PEG nicht in Ordnung ist. Nach unzĂ€hligen Hausarzt und Krankenhaus kurz Besuchen wurde diese aber jedes mal als fĂŒr in Ordnung befunden. ( kleine EntzĂŒndung an der Stoma ) Das ganze ist zwischenzeitlich eskaliert, so das ihr am 8 MĂ€rz die Sonde wieder entfernt wurde. Auf Anraten der LogopĂ€die wurde Ihr wieder letzten Mittwoch eine erneute PEG Sonde eingesetzt. Gestern Abend der Hilferuf meiner Mutter, das die FlĂŒssig Nahrung, die sie sich spritz aus der Stoma heraustritt. Also, das alte Problem ist wieder da. Kennt das jemand von Euch ? Nach meiner Meinung nach, mĂŒsste doch die ” Ă€ussere ” Halteplatte – in der, der Schlauch eingespannt ist, leicht angezogen werden, damit der innere Teil der Sonde den Verschluss zur Stoma verschließt ( innen ) ? Diese sogenannte Ă€ussere Halteplatte ist stĂ€ndig ca. 1-2cm vom Bauch entfernt. Sollte diese Platte nicht mit ” leichten ” Druck an der Bauchdecke anliegen ? Ich wĂ€re sehr froh wenn jemand das Problem kennt und eine Lösung dafĂŒr hat ? Vielen lieben Dank, Gruss GĂŒnter

    1. Hallo GĂŒnter,
      schön, dass du meinen Blog gefunden hast.

      TatsĂ€chlich hast du deine Frage eigentlich schon selbst beantwortet. Gerade nach einer Neuanlage, aber nicht nur dann, ist es wichtig, dass die innere Halteplatte das Stoma, also das Loch im Magen, von innen abdichtet. HierfĂŒr muss die Sonde etwas herausgezogen und mit der Ă€ußeren Halteplatte fixiert werden. Genau, wie du es beschrieben hast.Dabei ist auf zwei Sachen zu achten: Zum einen, dass keine Druckstelle entsteht. Zum anderen, dass die Sonde regelmĂ€ĂŸig mobilisiert wird, damit sie nicht an der Magenwand festwĂ€chst.

      Melde dich gerne bei weiteren Fragen auch per E-Mail.

      Ansonsten alles Gute fĂŒr deine Mutter und liebe GrĂŒĂŸe,
      der Bastian

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