Was ist eine Magensonde?

„Was ist eigentlich eine Magensonde?“ Die Frage klingt an dieser Stelle banal. Trotzdem finde ich es sinnvoll, zunächst einmal die Begrifflichkeiten zu klären. Denn wenn man das erste Mal mit dem Thema konfrontiert ist, ist es wichtig, zu wissen, wovon da eigentlich gesprochen wird. Wenn man Pech hat, kommt man nämlich (so wie ich damals) durch einen Arzt/eine Ärztin mit der Materie in Berührung, der oder die diese Thematik schlecht vermittelt. Entweder weil sie Wissen voraussetzen, das vielleicht noch gar nicht vorhanden ist. Oder weil sie das ganze viel zu oberflächlich erklären. Grund dafür muss nicht immer mangelnde Empathie sein, auch sind leider viele Ärztinnen und Ärzte heutzutage einfach überlastet.

Allgemeines zur Magensonde

Grundsätzlich handelt es sich bei einer Magensonde um ein medizinisches Hilfsmittel. Damit kann bei der Nahrungsaufnahme der Nasen-Rachen-Raum, die Speiseröhre und der Mageneingang umgangen werden. Es ist also nicht mehr notwendig, Nahrung über den Mund aufzunehmen, zu kauen und zu schlucken. Die Gründe warum dies erforderlich sein kann, sind sehr unterschiedlich. In aller Regel gibt es einen medizinischen Anlass (zumindest habe ich noch niemanden kennengelernt, der einfach nur so eine Magensonde hat), also eine akute oder chronische Erkrankung. Angefangen von einer Muskelschwäche, über einen Schlaganfall, Demenz, extreme Anorexie, eine kognitive Behinderung, eine Tumorerkrankung, bis hin zu einer unfallbedingten Lähmung kann es viele Gründe geben, weshalb jemand eine Magensonde braucht. Das Großartige ist jedoch, egal warum jemand nicht mehr richtig essen kann, es kann in der heutigen Zeit geholfen werden. Niemand muss aus medizinischen Gründen verhungern.

Nasensonde

Abhängig davon, was der Grund für die Nutzung und die voraussichtliche Dauer dieser Maßnahme ist, gibt es unterschiedliche Arten von Magensonden. Bei allen handelt es sich um einen dünnen flexiblen Schlauch aus haltbarem, gummiähnlichem Kunststoff, der über verschiedene Wege in den Magen eingebracht wird. Dieser kann dann über die Magensonde mit flüssiger Nahrung befüllt werden.

Wenn eine Versorgung über die Magensonde nur für absehbare Zeit (üblicherweise kürzer als vier Wochen) erfolgen muss, wird dieser Schlauch über die Nase und den hinteren Rachenraum die Speiseröhre hinunter in den Magen geschoben. Das kann unter Narkose oder (übliches Vorgehen) auch im Wachzustand erfolgen.

PEG-Magensonde

Die PEG ist eine Lösung, die eher auf Dauer ausgelegt ist. Das Akronym PEG steht dabei für Perkutane endoskopische Gastrostomie. Dies nimmt Bezug auf die Art und Weise, wie eine PEG angelegt wird (mehr dazu findest du in diesem Beitrag). Auch wenn PEG eigentlich nicht die Sonde, sondern deren Anlagetechnik bezeichnet, spricht man häufig im Alltag nicht von einer PEG-Sonde, sondern schlicht von der PEG. Obwohl man bei einer PEG davon ausgeht, dass die Person dauerhaft oder zumindest für längere Zeit über die Magensonde versorgt werden muss, kann auch dieser Eingriff wieder rückgängig gemacht werden.
Da ich selbst seit rund 20 Jahren mit einer PEG-Magensonde lebe, geht es auf diesem Blog fast ausschließlich um diese Art der Magensonde.

Button

Bei einem sogenannten Button handelt es sich quasi um eine Variante der PEG. Anstatt von einer Kunststoffplatte wird der Button mithilfe eines kleinen, mit Flüssigkeit gefüllten, Ballon im Magen gehalten. Das Besondere hieran ist, dass dieser Ballon durch den Einstichkanal der Sonde befüllt und entleert werden kann. Somit ist es möglich, einen Button auch ohne einen erneuten operativen Eingriff, nur durch den Einstichkanal, auszuwechseln. Im Gegensatz zu einer PEG gibt es bei einem Button keinen längeren Schlauch außerhalb vom Bauch, sondern nur ein Anschlussstück mit Deckel.

Einen direkten Vergleich zwischen PEG und Button wird es später in einem (Gast-) Beitrag geben.

PEJ-Sonde

Wie schon bei der PEG steht auch das Akronym bei der PEJ eigentlich für das Verfahren der Anlage. Bezeichnet wird damit die Perkutane Endoskopische Jejunostomie. Im Gegensatz zur PEG wird bei der PEJ kein Zugang zum Magen, sondern in den Dünndarm gelegt. Da somit auch die Verdauung der Nahrung im Magen umgangen wird, darf über eine PEJ nur speziell dafür geeignete Sondennahrung verabreicht werden.

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