Warum so viel Lila bei der PEG?

Von meinem Versorger (also dem Unternehmen, welches mir die Sondennahrung und sämtliches Zubehör liefert – mehr zu diesem Thema in einem anderen Beitrag) bin ich vor kurzem auf etwas sehr Interessantes und Wichtiges hingewiesen worden. Deshalb geht es heute darum, warum bei „Leben mit PEG“ eigentlich so viel Lila ist. Auch wenn mir nahestehende Personen behaupten, das läge ausschließlich daran, dass es sich dabei um eine meiner Lieblingsfarben handelt (darauf komme ich später noch mal kurz zu sprechen), ist dem tatsächlich nicht so. Der Hintergrund ist wesentlich ernster.

Signalfarbe Lila

Wer schon ein wenig mit dem Thema Magensonde zu tun hatte, wird bemerkt haben, dass die Farbe Lila in diesem Bereich sehr präsent ist. Verpackungen von Sondennahrung haben diese Farbe, die Spritzen haben einen lilafarbenen Kolben und auch das ganze Zubehör ist lila. Lila ist somit quasi eine Signalfarbe für enterale Ernährung, also Ernährung über eine Magensonde. Von daher fand ich es nur konsequent, dass mein Blog, in dem es ja ausschließlich um dieses Themenfeld geht, in dieser Farbe gehalten wird.

Sicherheitssystem

Das „quasi“ im vorletzten Satz könnte ich allerdings streichen. Denn in der Tat ist es eine von der Industrie gewollte Farbcodierung und somit wirklich eine Signalfarbe. Für all diejenigen, die mit Sondennahrung hantieren müssen. Zusätzlich zu der farblichen Hervorhebung von Material, welches zum Anschluss an oder die Verabreichung über eine Magensonde bestimmt ist, wurden 2015 (wenn meine Recherchen stimmen) außerdem spezifische Anschlüsse eingeführt. Dabei handelt es sich um die sogenannten ENFit™- oder ENlock- Anschlüsse. Dies soll verhindern, dass versehentlich enterale und parenterale (intravenöse) Ernährung oder Systeme miteinander vertauscht werden. Es handelt sich also um ein Sicherheitssystem für die Patientinnen und Patienten.

Die letzte Mahlzeit

Vor der Einführung von ENFit™ bzw. ENlock hatte auch Sondennahrung, oder vielmehr das entsprechende Zubehör, die sogenannten Luer- Anschlüsse, mit denen auch Infusionszubehör daherkommt. Während es wahrscheinlich nur unschön ist, wenn versehentlich Infusionslösung in den Magen läuft, können wir uns alle sicherlich ausmalen, wie dramatisch es ist, wenn auf einmal Nahrung in den Blutkreislauf von Menschen gelangt. Das war dann mit Sicherheit die letzte Mahlzeit …

Restbestände

Inzwischen gehören solche Horrorszenarien allerdings der Vergangenheit an. Denn, wie geschrieben, ist heutzutage ein ENFit™/ENlock-Anschluss branchenweiter Standard. Aber – und das war eben der Hinweis meiner Versorgerin – es gibt mitunter noch Restbestände. Plastik hält sich eben eine Weile. Und so kommt es wohl mitunter vor, dass auch heute noch neuen Patientinnen oder Patienten eine Magensonde mit Luer-Anschluss verpasst wird. Also: Augen auf beim Autokauf … ähm … der Sondenauswahl.

Abschließende Worte

Solltet ihr, wider Erwarten, mit einem Luer-Anschluss versorgt worden sein, ist das überhaupt nicht schlimm. Es ist nicht notwendig, dass ihr euch wieder einer Endoskopie unterziehen müsst, um eine neue Sonde zu bekommen. Der Anschlussadapter an der Sonde kann einfach und unkompliziert ausgetauscht werden. Erkennen könnt ihr den „überholten“ Anschluss übrigens daran, dass er nicht lila ist. Mit der Frage, warum sich Lila zu einer meiner Lieblingsfarben entwickelt hat, obwohl dies doch eigentlich mal nur Mallorca-Meeres-Türkis (generell) und Grün (für Wände) waren, und ob das vielleicht damit zu tun hat, dass diese Farbe ständig in meinem Alltag ist, verabschiede ich mich heute 😉

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