Wenn ihr in den letzten Monaten regelmäßig auf meinem Blog vorbeigeschaut habt, werdet ihr festgestellt haben, dass hier nicht sonderlich viel passiert ist. Genauer gesagt: Seit über einem Jahr ist kein neuer Beitrag mehr erschienen. Und das, obwohl ich eigentlich versprochen hatte, euch regelmäßig mit neuen Informationen und Erfahrungen aus dem Leben mit PEG zu versorgen.
Die gute Nachricht
Die gute Nachricht vorweg: Mir geht es gut. Sehr gut sogar. Ich würde sogar behaupten, besser denn je! Aber das war ein Prozess, der tatsächlich zwölf Monate gedauert hat.
Begonnen hatte es ja mit schlechten Nachrichten. Darüber habe ich auch in meinem letzten Beitrag geschrieben.
Damals hatte ich innerhalb kurzer Zeit von mehreren Menschen erfahren, die gestorben waren. Menschen, die ich persönlich kannte und die teilweise noch gar nicht so alt waren. Und das waren leider nicht die einzigen Todesfälle in meinem Umfeld.
Tod gehört zum Leben
Das hat mich sehr nachdenklich gemacht. Anfangs wusste ich gar nicht genau, was los ist. Denn natürlich ist mir klar, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Das ist das Einzige, wirklich das Einzige, das auf dieser Welt fair ist. Niemand von uns kommt lebend aus dieser ganzen Sache hier heraus. Egal ob arm oder reich, freundlich oder unsympathisch, dumm oder intelligent, wir alle sterben früher oder später. Das ist nichts Überraschendes.
Die Crux
Und eigentlich habe ich immer gedacht, ich nutze dieses Leben auch. Ich bin ein aktiver Typ, der sehr produktiv ist. Doch genau das ist die Crux, wie ich nach einiger Zeit festgestellt habe. Ich bin immer am Arbeiten, damit ich das Leben auch garantiert nutze. Doch dabei habe ich vergessen, das Leben auch zu leben.
Alles mitgenommen
Genau das habe ich mir in den vergangenen Monaten ziemlich zu Herzen genommen und mein Leben neu strukturiert.
Insbesondere im Sommer habe ich wirklich versucht, möglichst viel mitzunehmen. Nicht immer im übertragenen Sinne. Manchmal auch ganz wörtlich.
Ich war viel unterwegs, habe interessante Menschen kennengelernt, neue Erfahrungen gesammelt und auch ein paar Items auf meiner Löffelliste abgehakt.
Natürlich habe ich zwischendurch auch gearbeitet. Schließlich macht mir meine Arbeit nach wie vor unglaublich viel Spaß. Aber ich verteile meine Arbeit jetzt bewusst anders über das Jahr, so dass mir auch Zeit und vor allem Energie für das Leben bleiben.
Denn mein Leben ist schon ziemlich cool. Das habe ich erst kürzlich wieder realisieren dürfen. Wer sich davon einen Eindruck verschaffen möchte, sollte auch mal auf meinem neuen Blog „Alles mitgenommen“ vorbeischauen.
Kein schlechtes Gewissen
Dieser Abstand hat mir sehr gut getan. Unter anderem habe ich gemerkt, dass ich wieder mehr schreiben möchte. Aber auch, dass ich eben ein paar Sachen umstellen will. Durch diese Umstellung blieben zunächst auch ein paar Projekte liegen. Unter anderem – zumindest in Teilen – auch „Leben mit PEG“. Andere habe ich jedoch auch komplett gestrichen.
Nicht nur deswegen habe ich kein schlechtes Gewissen. Schließlich bedeutet ein Jahr ohne neue Blogbeiträge ja nicht, dass hier überhaupt nichts passiert ist…
Im Hintergrund ging es weiter
Auch während meiner lila Pause habe ich natürlich weiterhin Menschen bei ihrem Leben mit PEG unterstützt.
Es gab persönliche Gespräche im Rahmen meines 1:1-Austausches und individuelle Fragen, die ich über mein Angebot „Kurze Frage“ per E-Mail beantwortet habe.
Diese Angebote bestehen selbstverständlich weiterhin. Wenn ihr also eine individuelle Frage habt oder euch einfach einmal mit jemandem austauschen möchtet, der selbst seit über 20 Jahren mit einer Magensonde lebt und darüber hinaus zertifizierte Fachkraft für enterale Ernährung ist, könnt ihr euch jederzeit an mich wenden.
Natürlich sind auch sämtliche bisherigen Blogbeiträge weiterhin kostenlos verfügbar. Mit der Zeit ist hier schließlich eine beachtliche Sammlung an Informationen, Erfahrungsberichten und praktischen Tipps entstanden.
Neue Energie, neue Pläne
Auch wenn ich in den vergangenen Monaten viele andere Dinge gemacht habe, ist „Leben mit PEG“ für mich nach wie vor ein ganz besonderes Projekt.
Ich weiß aus euren zahlreichen Nachrichten und unseren persönlichen Gesprächen, wie wichtig dieses Angebot für viele Menschen ist. Gerade diejenigen, die zum ersten Mal mit einer Magensonde konfrontiert werden, finden hier Antworten auf Fragen, die ihnen anderswo offenbar niemand beantworten kann.
Deshalb möchte ich dieses Projekt auch zukünftig weiterentwickeln.
Der Plan für die nächsten Monate steht bereits. Ab sofort soll es hier wieder jeden Freitag einen neuen Beitrag geben. Mal mit praktischen Tipps, mal mit interessanten Informationen und natürlich auch weiterhin mit persönlichen Erfahrungen aus meinem Alltag.
Außerdem habe ich noch ein paar andere Ideen, die ich in den kommenden Monaten umsetzen möchte. Aber dazu erzähle ich euch zu gegebener Zeit mehr. Schließlich möchte ich nicht gleich wieder mehr versprechen, als ich anschließend tatsächlich umsetzen kann.
Nächste Woche geht’s weiter
So viel kann ich allerdings guten Gewissens schon verraten: In der kommenden Woche wird es unter der Überschrift „Neuigkeiten aus der Welt mit PEG“ einen kleinen Überblick darüber geben, was sich rund um die Ernährung über eine Magensonde getan hat. Wenn ihr keine Neuigkeiten mehr verpassen wollt, dann tragt euch auf jeden Fall auch in meinen Newsletter ein.
Ich freue mich sehr darauf, hier wieder regelmäßig für euch zu schreiben. Und natürlich freue ich mich auch auf eure Kommentare, Fragen und Erfahrungen.
Vielleicht erzählt ihr mir ja, was ihr im vergangenen Jahr so alles erlebt habt. Gab es besondere Momente, neue Erfahrungen oder vielleicht sogar Veränderungen in eurem Leben mit PEG? Schreibt es gerne in die Kommentare.
In diesem Sinne: Schön, dass ihr noch da seid. Auf viele weitere spannende Geschichten und Erfahrungen aus dem Leben mit PEG!


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