Nahrungsgabe über die PEG mit einer Spritze

20 ml Nahrung in Enfit-Spritze (vor lila Hintergrund mit Logo „Leben mit PEG“)

In den letzten Beiträgen habe ich euch bereits zwei von insgesamt drei Möglichkeiten vorgestellt, mit denen Nahrung oder Flüssigkeit über die Magensonde appliziert werden kann. Die „technische Methode“, bei der eine Ernährungspumpe zum Einsatz kommt. Und die Methode, bei der sich die Naturgesetze zu Nutze gemacht werden. Heute soll es dann um die manuelle Methode gehen, in Fachkreisen auch als Bolus-Gabe bezeichnet.

Mit einer Spritze

Diese Art und Weise der Applikation ist in der Durchführung wohl am aufwändigsten. Dafür ist sie umso schneller beschrieben. Die Nahrung oder Flüssigkeit wird mit einer entsprechenden Spritze aufgezogen. Diese kann nun direkt an die PEG angeschraubt werden. Anschließend wird der Inhalt der Spritze direkt in den Magen gespritzt. Dabei kann die Geschwindigkeit frei gewählt werden.

Zubehör

Das richtige Zubehör vereinfacht das ganze Prozedere. So wird kein Schwerkraftsystem benötigt. Stattdessen werden spezielle Deckel oder Adapter für die Sondennahrung oder Flüssigkeitsbehälter angeboten. Damit kann eine Spritze direkt an das Behältnis angeschlossen werden, um die Flüssigkeit herauszusaugen. Die Spritze müsste sonst in die Nahrung oder z.B. das Wasser hinein getaucht werden. Das wäre unhygienisch. Sinnigerweise sollte bei dieser Methode eine entsprechend große Spritze genutzt werden. Das erspart ein zu häufiges Hin und Her.

Vorteile

Neben der Tatsache, dass die Durchflussgeschwindigkeit (bzw. in diesem Fall eher Applikationsgeschwindigkeit) absolut frei wählbar ist, können auch beliebig Pausen gesetzt werden. Weiterhin braucht es weder eine Pumpe noch die Möglichkeit, die Nahrung oder Flüssigkeit irgendwo hoch aufzuhängen oder zu halten. Die Applikation kann also auch recht unauffällig erfolgen. Im Notfall (und wenn sich ein wenig geschickt angestellt wird) werden noch nicht mal die speziellen Deckel oder Adapter, sondern lediglich eine passende Spritze benötigt.

Nachteile

Aus meiner Erfahrung der größte Nachteil an dieser manuellen Methode ist, dass irgendwer Zeit haben muss, um die Nahrungs- oder Flüssigkeitsgabe mit der Spritze durchzuführen. Es ist also wirklich ein aktiver Prozess und läuft nicht, wie bei den beiden anderen Methoden, im wahrsten Sinne mal so eben nebenbei.

Variation im Alltag

Insgesamt haben alle drei Arten der Applikation ihre Vor- und Nachteile. Es hängt immer von den jeweiligen Umständen ab, ob diese gerade besonders wünschenswert oder tolerierbar sind. Von daher können die unterschiedlichen Applikationsmethoden selbstverständlich auch im Alltag variiert werden. So wie auch Oralverkoster mal am Küchentisch, mal auf der Couch und mal unterwegs essen. Also beispielsweise Flüssigkeitsgabe in der Nacht mit Hilfe einer Ernährungspumpe, tagsüber via Schwerkraft und Nahrungsaufnahme mal mit Pumpe oder Spritze, je nachdem was gerade passender ist. Da sind wir alle und unser eigenes Leben mit PEG verschieden. Ihr wisst aber nun um die Möglichkeiten. Nutzt sie so, wie sie für euch passen 😉

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