Mit PEG schnell oder langsam „essen“?

Auf lila Grund ist eine Pumpe für Sondennahrung, befestigt an einem Infusionsständer, zu sehen. Ein Schlauch mit Nahrung führt hinein und hinaus. Im Display steht 600 ml/h Förderrate. In der linken unteren Bild ist das weiße Logo von „Leben mit PEG".

Wie auch in meinem letzten Beitrag, habe ich schon mehrfach erwähnt, dass ich meine Sondennahrung grundsätzlich ziemlich zügig zu mir nehme. Tatsächlich mit Maximalgeschwindigkeit der Pumpe. Ich habe sogar schon Pumpen abgelehnt, weil deren Höchstgeschwindigkeit lediglich bei 400 ml pro Stunde lag. Denn das reicht mir einfach nicht. Ich pflege immer zu sagen: „Dann verhungere ich ja beim Essen …“ Meine Nahrungspumpe läuft immer auf 600 ml/h.

Pragmatischer Hintergrund

Der Hintergrund war seinerzeit total pragmatisch. Als ich meine erste Magensonde bekommen habe, war die Pumpe an einem Infusionsständer befestigt. Somit war ich beim Essen im wahrsten Sinne des Wortes an einem Ort angebunden. Das war natürlich langweilig. Insbesondere in einem Krankenhaus. Von daher wollte ich, dass das Sondieren möglichst schnell vorbei war. (In einem anderen Beitrag werde ich noch ausführlich davon berichten, dass man natürlich auch mit einer Pumpe für die Sondennahrung total mobil sein kann. Aber das wusste ich damals alles noch nicht.)

Dank Pumpe ortsunabhängig

Auch wenn es theoretisch noch schneller als mit der Höchstgeschwindigkeit der verwendeten Nahrungspumpe gehen kann, benutze ich in aller Regel diese Variante. Weil ich dann eben, dank der Pumpe, tatsächlich ortsunabhängig und sogar unterwegs Sondennahrung zu mir nehmen kann. So wie die Oralverkoster, die sich zwischendurch ein Brötchen oder so einverleiben.

Es ist immer noch Nahrungsaufnahme

Dieser Querverweis ist, meiner Meinung nach, eigentlich noch wichtiger als die Mobilität. Denn auch wenn unser Essen nun über einen Schlauch direkt in den Magen kommt und nicht mehr über Mund und Speiseröhre, ist es ja immer noch Nahrungsaufnahme. Und von Natur aus geht diese eigentlich ziemlich schnell. Außer vielleicht in einem sehr guten Restaurant, wo sich üblicherweise mehr als drei Gänge über einige Stunden hinziehen. Diese Erfahrung durfte ich auch schon machen. (Und das sogar in der Zeit mit Magensonde. Aber auch dazu bestimmt an anderer Stelle mal mehr 😉 ) In aller Regel geht essen aber recht zügig. Darauf ist der Körper ausgelegt. Deshalb ist es sinnvoll, dies auch mit einer PEG-Sonde so zu handhaben. Anstatt die Nahrung tröpfchenweise über viele Stunden in den Magen zu geben.

Ausprobieren

Allerdings bewegen wir uns mit einer PEG ja im medizinischen und nicht im Lifestyle-Bereich. Es sollte also immer ein besonderes Augenmerk auf die Umstände gelegt werden. Wenn eine Person beispielsweise liegt, besteht das Risiko, dass die Nahrung (die in unserem Fall ja tatsächlich schon flüssig ist und nicht mehr im Magen zersetzt werden muss) aus dem Magen über die Speiseröhre in den Hals läuft und dort aspiriert wird. Insbesondere wenn krankheitsbedingt ein gastroösophagealer Reflux vorliegt. Eine Aspiration ist natürlich in jedem Fall zu vermeiden. Unter diesen Umständen ist dann vielleicht doch nur eine langsame Nahrungsgabe möglich. Oder diese Person wird zum Essen (und für einige Zeit danach) in eine aufrechtere Position gebracht. Da sollte einfach mal ausprobiert werden, womit sich die entsprechende Person am wohlsten fühlt.

Auf unseren Körper hören

Übrigens gilt das nicht nur für bettlägerige Menschen mit Magensonde, sondern für uns alle. Wir müssen auf unseren Körper hören und mitunter auch ein bisschen ausprobieren, was uns wie guttut.

Ich persönlich bin in jedem Fall ein Freund der zügigen Nahrungsaufnahme. Denn so bleiben auch Hunger und Sättigungsgefühl wesentlich besser erhalten. Auch wenn zu viel davon (sowohl von dem einen als auch von dem anderen) unschön ist, so gehört es doch zum normalen Leben dazu. Und auch das Leben mit PEG sollte doch möglichst normal sein.

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